Der externe Prozessbegleiter
Bei zentralen Fragen der Unternehmensentwicklung ist es in vielen Fällen entscheidend, Beratung und Unterstützung von außen hinzuzuziehen. Hier spricht man bei einer längerfrister Form der Zusammenarbeit von externer Prozessbegleitung. Es ist jedoch notwendig und sinnvoll, dass diese Aufgaben und Funktionen nach und nach an Mitarbeiter des Unternehmens übertragen werden, den interne Prozessbegleiter.
Dieses Zusammenwirken soll am Beispiel eines Gruppenarbeitprojektes genauer dargestellt werden, wobei sich das Prinzip auf jegliche Form von Veränderungsprozessen übertragen lässt.
Im Zusammenspiel von externen und internen Begleitern entsteht Nachhaltigkeit
Während eines Gruppenarbeitsprojekts und des Entwicklungsprozesses einer Gruppe ändert sich die Art der Betreuung. Zu Beginn des Projektes sind in der Regel der externe und an seiner Seite der interne Prozessbegleiter aktiv. Die Aktivitäten des externen Beraters sind dabei um so umfangreicher, je geringer die Erfahrung des internen Prozessbegleiters ist.
Er bekommt so ein regelmäßiges Feedback, kann das Vorgehen in schwierigen Situationen mit einem kompetenten Ansprechpartner besprechen und sich den einen oder anderen Kniff abschauen. Mit der Zeit zieht sich der externe Berater zunehmend zurück und überlässt dem Prozessbegleiter das Feld. So ergibt sich eine optimale Verzahnung des Lernens on-the-job und off-the-Job.
Bei steigender Selbständigkeit der Gruppe übernimmt der Gruppenbetreuer zunehmend die Arbeit des Prozessbegleiters. Der Prozessbegleiter wirkt bei entwickelten Gruppen vor allem als Controller, als Vermittler und Vertrauensperson, der gemeinsam mit Gruppe und Gruppenbetreuer den Reifegrad der Gruppe feststellt und dafür sorgt, dass die notwendigen Schritte zur Weiterentwicklung vereinbart werden.
Das Ziel des gesamten Entwicklungsprozesses besteht letztlich darin, die Gruppe zu eigenverantwortlichem, selbständigen Handeln, welches nur ein Mindestmaß an Betreuung erfordert, zu befähigen. Grenzen externer Beratung:
- Selbst während der Einführungsphase ist keine ständige Anwesenheit der externen Trainer gewährleistet, denn sie können nicht ständig vor Ort sein.
- Nicht zu unterschätzen sind zudem der hohe Kostenaufwand, den eine intensive externe Begleitung für die Betriebe bedeutet.
- Ach kann ein Unternehmen auf diese Weise in ein starkes Abhängigkeitsverhältnis vom Know-how der betreuenden, externen Berater geraten.
Der betriebliche Alltag läuft während und nach der Anwesenheit des Beraters weiter. Die Erfahrung zeigt, dass nach dem Rückzug der Betreuer die Gefahr besteht, dass die Maßnahmen und Ansätze „im Sande velaufen“. Denn eine Erkenntnis der Systemtheorie ist, dass jedes System nach Stabilität und Gleichgewicht strebt. Die von den Beratern angestrebte „neue“ Ordnung ist aber noch von destabilisierender Wirkung auf das unternehmensinterne Gefüge, so dass das System regelmäßig versucht, in seine Ausgangszustand zurückzukehren, sprich: in altes Denken und starre Strukturen zurückfällt! |